Markt

Aus Sicht der deutschen Stahlrohrindustrie kann das Jahr 2011 nach einem Zuwachs der Produktion um 7 Prozent insgesamt als weiteres gutes Stahlrohrjahr verbucht werden. Trotz im Jahresverlauf wieder zunehmender konjunktureller Unsicherheiten konnte sowohl in der Nahtlosrohrfertigung als auch im Schweißrohrgeschäft die Produktion erhöht werden. Besonders in der ersten Jahreshälfte wurden teilweise auf Rekordniveau liegende Auftragseingänge verzeichnet, so dass die Kapazitätsauslastung, trotz im zweiten Halbjahr wieder sinkender Auftragsbestände, insgesamt zufriedenstellend ausfiel. Vom anhaltend hohen Bedarf auf der Verbraucherseite, besonders aus der Automobilindustrie und dem Maschinenbau, profitierten vor allem die Hersteller von Präzisionsstahlrohren, die ein überdurchschnittliches Produktionswachstum verzeichnen konnten. Nahtlosrohrhersteller profitierten von der weiter hohen Nachfrage aus dem Energiesektor. Die Großrohrnachfrage wurde durch den Bedarf an anspruchsvollen Gasleitungen auf dem Weltmarkt und die zunehmende Nachfrage nach Konstruktionsrohren für Windkraftanlagen in der Nordsee gestützt. Hersteller geschweißter Leitungsrohre bis 406,4 mm Außendurchmesser waren aufgrund eines geringeren Aufkommens an neuen Aufträgen, verbunden mit zunehmendem Wettbewerbsdruck durch Überkapazitäten auf dem Weltmarkt, teilweise weniger zufriedenstellend ausgelastet.

Ausblick

Die Entwicklung im Jahr 2012 wird weiterhin stark von der Bewältigung der Staatsfinanzkrise in Europa und den USA abhängen. Solange ein erneutes Durchschlagen der Finanz- und Schuldenkrise auf die Realwirtschaft verhindert werden kann, dürfte besonders die deutsche Industrie von einer sich weiter stabilisierenden Weltkonjunktur profitieren.

Die Aussichten für die deutschen Stahlrohrhersteller werden entsprechend verhalten optimistisch gesehen. Bei weiterhin hohen Rohölpreisen dürften sich in 2012 die Explorations- und Produktionsbohrvorhaben weltweit auf hohem Niveau halten, so dass die Nahtlosrohrhersteller mit einer weiter guten Auslastung rechnen können. Mit einem gewissen zeitlichen Versatz dürfte auch die Leitungsrohrnachfrage davon profitieren. Allerdings ist dieses Projektgeschäft auch teilweise starken politischen Einflüssen ausgesetzt. Profitieren sollte die Stahlrohrindustrie auch von neuen Anwendungsfeldern für Stahlrohre wie etwa der Förderung sog. unkonventionellen Gases und dem Ausbau von Offshore-Windparks. Weiter stark dürfte die Nachfrage aus dem Automobilsektor und dem Maschinenbau bleiben, während von der Nachfrage aus der Bauwirtschaft in Europa kaum Impulse erwartet werden.